Mountainbike-Strecken im Wald (MTB-Trails)

Stellungnahme BJÜ

Erstellt am 13.05.2021

An die Bürgermeisterämter
und die Kreisforstverwaltung

Mountainbike-Strecken im Wald (MTB-Trails)


Sehr geehrte Damen und Herren,


nicht nur in Corona-Zeiten suchen immer mehr Menschen Erholung und Spaß in der Natur. Vor allem Mountainbiker fallen dabei auf, dass sie verbotene Wege benutzen oder gar Trails im Wald anlegen. In manchen Fällen möchten die Gemeinden, teils auch die Forstverwaltung, Trails offiziell anlegen oder „wilde“ Trails legalisieren, um dem Wildwuchs zu begegnen wie jüngst am Gehrenberg oder im Bereich Meersburg.

 

Falls auch Sie einen MTB-Trail planen, möchten wir hierzu folgendes ausführen:

Eine solche Sportanlage bedarf der behördlichen Genehmigung unter Beachtung einer Vielzahl von berührten rechtlichen Belangen und gesetzlichen Vorschriften. Wie wir von Seiten der Jagd festgestellt haben, wurden unsere Belange in vielen Fällen nicht oder nicht im erforderlichen Maße berücksichtigt. Hierzu gehören das Verbot der Störung des Wildes (§ 51 JWMG), die Ausübung des Jagdrechts (§ 3 JWMG), sowie die Grundlagen der Jagdpachtverträge.
Es hat sich bewährt zur Planung solcher Sportanlagen einen “Runden Tisch“ zu veranstalten (wie auch im Koalitionsvertrag der Landesregierung vorgesehen), bei dem die verschiedenen Interessensgruppen und Rechtsinhaber*innen vertreten sind, und bei denen Interessensausgleiche und tragbare Lösungen gesucht werden.

Die Erfahrungen haben allerdings gezeigt, dass ausgewiesene Mountainbike-Trails

  • oft nach kurzer Zeit von den Bikern wieder verlassen werden und wilde Trails abseits gesucht oder angelegt werden, weil die offiziellen uninteressant geworden sind,
  • etwaige Nutzungsvorschriften wie Nachtfahrverbot missachtet werden,
  • exzessive Nutzung durch Werbung in Internetforen gefördert wird,
  • tangierte Waldbesitzer oft nicht über ihre mögliche Gefährdungshaftung aufgeklärt sind,
  • es durch die Einschränkung des Lebensraums des Wildes zu verstärkten Waldschäden kommen kann,
  • die Vermüllung im Wald und auf Parkplätzen zunimmt,
  • eine behördliche Kontrolle des Sportbetriebs unerlässlich ist.


Die Gemeinden und die Forstverwaltung werden daher gebeten, diese negativen Folgen der Einrichtung solcher Mountainbike-Trails zu bedenken, aber auch die Entstehung wilder Trails nicht zu dulden, da solche nur schwer dauerhaft beseitigt werden können und Konfliktpotential vorprogrammiert ist.
Unsere Bitte am Schluss: Denken Sie an Ihre Jagdpächter und an unsere Wildtiere.

Mit freundlichen Grüßen
Hartmut Kohler

Weitere Unterlagen beim KJM erhältlich

Badische Jäger Überlingen e.V.,
Kreisjägermeister Hartmut Kohler.
Zum Guggenbühl 26, 88696 Owingen,
Tel.: 07551-309232,

mobil: 0173 750 7887,

E-mail: kjm@jaeger-ueberlingen.de

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