Von Wildkatzen und Burgundertrüffeln

Meldung der Deutschen Presseagentur DPA zur angeblichen Lockwirkung von Trüffelpflanzen auf Wildkatzen sorgte landesweit für Irritation

Erstellt am 02.09.2019

Eine missverständliche und von vielen Medien ungeprüft übernommene Meldung der Deutschen Presseagentur DPA zur angeblichen Lockwirkung von Trüffelpflanzen auf Wildkatzen sorgte landesweit für Irritation.

 

Vor etwa zwei Wochen geisterte eine Meldung durch viele Medien und Online-Portale, die nahelegte, dass Trüffelpflanzen Wildkatzen anlocken.

 

Richtig ist: Trüffel und Trüffelpflanzen lassen Wildkatzen völlig kalt.

 

Kern des Gemeinschaftsprojektes ist vielmehr die Idee, Grundstückseigentümer in dafür geeigneten Bereichen im südlichen Markgräflerland dazu zu bewegen, etwas für Wildkatzen zu tun.

 

Die Projektpartner Ministerium für Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und Naturpark Südschwarzwald e. V. zielen darauf ab, mittels Anpflanzung wertvoller Gehölzstrukturen als Biotopverbundelemente die weitere Ausbreitung der Waldkatze über neue Wildkorridore zu begünstigen.

Die oftmals durch Straßen, Zäune, Siedlungen oder strukturarme Monokulturen zerschnittenen Offenlandbereiche bilden für die Katzen unüberwindbare Barrieren.

 

Dichte Feldgehölze und Saumstrukturen sorgen hingegen für ausreichende Deckung und damit für den überlebenswichtigen genetischen Austausch zwischen räumlich getrennten Wildkatzen-Populationen.

Anreiz für die Grundstückseigentümer und Landwirte sind geförderte, mit Burgundertrüffelsporen geimpfte Bäume und Sträucher zur Schaffung der Biotopverbundelemente. In fünf bis sieben Jahren können Projektteilnehmer dann die kostbaren Trüffel ernten und vermarkten.

 

Die derart geschaffenen Strukturen nützen neben den Landwirten und Wildkatzen auch unzähligen anderen Tier-, Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten. Eine vorbildliche Idee, bei der alle profitieren.

 

Inzwischen haben viele Medien ihre Meldungen glücklicherweise korrigiert. Auch das ZDF reagierte auf einen direkten Hinweis des BJÜ.

 

Erstellt am 02.09.2019
Zurück zur Übersicht